Schottlandfreizeit 2009 "West Highland Way"

Unser "Tagebuch"

 

SCHOTTLAND 09

 

Ostersonntag in Bremen:

 

Unsere Riesenrucksäcke sind via Fließband in Flughafen verschwunden. Wir warten auf das Flugzeug… Die Stimmung ist gut: alle fröhlich, wach, gespannt und noch satt und zufrieden.

 

Wir haben fast den Flug verpaßt!!! Mit ausrufen und so. Und Jan hat sich bei der Sicherheitskontrolle in seine Bestandteile zerlegt. Aber nun hat er alles wieder an.

 

Von Edinburgh sind wir problemlos nach Glasgow gefahren und nach kurzem Einkauf weiter zum Ben Nevis. War ganz ok – eine Bank weiter hat sich ein Typ aufgelöst.

 

Jetzt ist es gegen 2000 Uhr am Fuß des Berges. Die Zelte sind aufgebaut und wir kochen Nudeln. Es wird langsam kühl und viel schlimmer: der Kiosk hat zu. Bis jetzt sind wir 3 Meilen mit Gepäck gelaufen – im nächsten Leben geht es zum Bund.

 

Ostermontag, 13.04.2009:

 

Gestern abend haben wir ganz gemütlich in der Campsite eigenen Bar gesessen, Karten gespielt + viel gelacht.

 

Die Nacht hingegen war lausig kalt – Zelten ist nur was für Verrückte zu dieser Jahreszeit.

 

Um 945 Uhr sind wir zu unserer ersten „richtigen“ Wanderung auf den Ben Nevis aufgebrochen. Jedes Jahr sterben da oben 10 Menschen - Wir sind nicht die ersten sieben! Aber auch das ist eigentlich nur was für Verrückte.

 

Der Ben Nevis ist 1.343 m hoch und man hat einen sagenhaften Ausblick… auch auf den Westhighland Way, aber das kommt erst morgen. Gleich gibt es wieder Nudeln und dann schauen wir was hier so in Fort William geht.

 

In Fort William gibt es eine Fußgängerzone, Männer im Schottenrock und einen netten Pub mir einer "all-inclusive-touch- screen-juke box "…

 

Jetzt ist schon Dienstag, der 14.04.2009:

 

Alle stehen mit gepackten Rucksäcken die super-sau-schwer sind und gleich soll es los gehen. ca 15 km zum Loch xy. Leider nur bergauf. Wir werden sehen: der dritte Tag ist immer der schwerste.

 

Juhu, ganz fröhlich haben wir 22!!!! Km geschafft. Wir sind also eine Etappe weiter als geplant in Kinlochleven auf einem Campsite mit super Duschen!!!

 

Es gibt eine Reihe neuer Worte, die unbedingt in den Deutschen Duden müssen:

 

Popcornfüße = cheese and onion, gehen auf, wenn man die Schuhe öffnet.

 

Ganz wichtig: Unterhosenklima, wird auf solchen Touren nicht besser.

 

Und Westhighland Way = Todesmarsch

 

Also, alles gut: Dennis und ich sind vorgeprescht, haben eingekauft. Die anderen -ganz tapfer- sind nur eine Stunde später angekommen. So waren wir nun von 1045 Uhr bis 1830 Uhr unterwegs!!!

 

Ich schätze wir können gut schlafen, obwohl es auch wieder ziemlich kalt ist…

 

Mittwoch, der 15.04.2009:

 

Die Nacht war lang + erholsam. Die Mädchen sind erst aufgewacht nachdem sich ihr Überzelt verabschiedet hat… es ist windig!!

 

Nach dem Frühstück haben wir entschieden eine weitere Nacht hier in Kinlochleven zu verbringen. Paßt zwar nicht so ganz in unsere Finanzplanung, aber ein wenig Luxus muss auch sein.

 

Dennis und ich haben eine kurze Wanderung unternommen 2-3 Stunden mit Wasserfall + Berg. Es ist möglich hier Eisklettern zu machen, aber dafür reicht die kraft irgendwie nicht.

 

Die anderen schlafen (Jan) nach einem kurzen Spaziergang bzw. kochen irgendwas, was später mal Spätzle mit Käse sein soll.

 

Im Volksmund heißt es "Gammeltag"! Wirklich was geschafft haben wir nicht, aber für morgen haben wir alles geschafft und gekauft. Es stehen 14,5 km auf dem Programm.

 

Diese Freizeit ist irgendwie unweigerlich mit dem Thema "Haut-abziehen" verbunden. Erst der Blättertyp im Bus, dann gestern die Popcornfußsocken, die die Füße mit abziehen und eine brüllendheiße Dusche, die eine freundliche Krebsröte verursacht und man aussieht wie Sebastian die Krabbe bei Arielle.

 

Der Plan ist hier noch einmal in den Pub zu gehen um zu spielen – morgen sind wir ja in der Wildnis.

 

 

Heute ist Donnerstag, der 16.04.2009:

 

Unser Abpellgeschichte geht weiter: Dennis häutet sich die Nase. Wir haben heute großes Frühstück, dann geht es los nach Kingshouse.

 

Ok, wir sind angekommen: der Halbsatz „desolater Zustand“ könnte stimmen. 1040 Uhr sind wir gestartet nachdem Dennis seine Ausgehuniform und seinen Schlafsack in einem halben liter Carlsberg ertränkt hat  Der Schuft: das gute Zeug!

 

1540 Uhr sind wir peu á peu eingetrudelt; ist halt kein Urlaub – andere gehen dafür ins Fitness Studio. Zum kochen ist es zu kalt – Wasser gibt’s auch nicht und Brot und Käse tun es auch. 2,5 liter Bier haben die 15,5 km überstanden – das hilft auch.

 

Unser Punkt heißt nun Kingshouse Hotel, wobei andere in diesem Etablisment nächtigen wir haben die Zelte aufgebaut und hoffen, dass der Sturm diese nicht wegbefördert.

 

Wir sitzen im Public Pub – hauptsächlich um für die Toiletten autorisiert zu sein und weil das Carlsberg 2,70 kostet. Cola und Pommes gibt es auch.

 

Die Kids spielen mal wieder schwimmen. Dennis ist verschollen und zumindest ich leide still vor mich hin.

 

Die Mütze setze ich erst in Edingburgh wieder ab. Wir werden gute Plätze im Bus bekommen – wir stinken wie die Wiedehopfe.

 

Ich stinke wie ein Wiedehopf,

habe einen schlechten Zopf!

Laufe mir grad einen Wolf,

spiele heute nicht mehr Golf,

heiße später auch nicht Rolf!

 

… bei diesem Lied lauthals habe ich festgestellt, dass Dennis direkt hinter mir geht.

Peinlich, peinlich aber beim Bergwandern geht einem so einiges durch den Kopf – meistens so ein Schwachsinn!

 

Die Kids sind für High Way to Hell – passt nicht ganz: denn wäre es WARM!

 

Auf den Busfahrer sind wir morgen gut vorbereitet: „Nimm’ mich mit, auch wenn ich stinke …

 

Wir schreiben ein Lied:

 

Ich möchte ein Schotte sein,

dann wäre ich nie allein!

Werde immer betrunken sein

Und das nicht nur vom Wein!

 

Ist das nicht schön,

ihr werdet sehn’

Ihr wollt’ alle Schotten sein!

 

Kurze Röcke wollt’ ihr tragen,

ohne was da drunter zu haben,

Ihr möchtet die Löcher sehn’

Und mit Nessi baden gehen!

 

R:

Ab in die Highlands hinein,

am besten über Stock und Stein,

der Rucksack klebt am Rücken,

die Füße die dir drücken!

 

R:

Popcornfüße, strame Waden, den Todesmarsch den wir ertragen!

 

Heute ist Freitag, der 17.04.2009:

 

Die Nacht am Kingshouse Hotel war lausig kalt und pitschepatsche nass. Das Zeugs ist klamm… gegen 645 Uhr hat Jan alle geweckt damit wir den Bus nach Glasgow nicht verpassen – haben wir auch nicht, obwohl uns um 840 Uhr an der Schnellstraße schon ein bisschen der Mut verlassen hat. Zum Glück hat Dennis alles via Internet + Telephon gebucht!!!

 

Seit 1300 Uhr sind wir in Edinburgh, seit 1405  Uhr in unserem Hostelzimmer und Duschen der Reihe nach. Damit sind wir gleich durch und dann machen wir die City unsicher…

 

Ich finde Edinburgh sehr schön! Leider läßt uns zum ersten Mal die Sonne im Stich – das ist irgendwie nur halb schlimm, weil wir so froh sind, dass wir in den Highlands nie Regen hatten.

 

Wir waren in zwei Gruppen shoppen und Geld ausgeben – gut so: muss ja schließlich die Wirtschaft angekurbelt werden. Jan und ich haben für unseren Teil festgestellt, dass Dennis ein Mädchen ist. Morgen möchte er gerne den ganzen Tag Sachen anprobieren.

 

Nun sind wir im Pub bei Carlsberg, Guinnes und lauter Musik am Freitagabend geht so einiges vielleicht.

 

Es bleibt dabei: Die Schotten sind nett. Morgen kaufe ich Schottland-Landes-Merchandising-Produkte.

 

Noch ein kurzer Nachtrag zu unserer Shoppingtour, wo wir gerade im Pub darüber sprechen. Jan U. ist ein Hammereinkaufsberater! Hier zwei Originale:

„Das geht gar nicht“!

„Von hinten sieht das ECHT übel aus“!

Das erweckt doch Freude auf mehr! Morgen gehe ich mit dem Dennismädchen.

 

Schon ist Samstag, der 18.04.2009:

 

Gestern haben wir die Nacht zum Tag gemacht und sind von Pub zu Pub gestolpert – allerdings nur in halber Besetzung, also Jan, Dennis, Jasmin und ich.

 

Dabei sind wir in einer fürchterlichen Diskothek gelandet. So in etwa stelle ich mir eine Jugenddisco im Queens vor. Allerdings hatten wir auch Live-Musik + Karaoke. Gegen 200 uhr waren wir im Hosel, d.h. mitten in der Edinburgher Partymeile.

 

Nichts desto Trotz sind wir 830 uhr aufgestanden. Der frühe Vogel fängt den Wurm – auf unseren Fall bezogen- wohl eher die besten Klamotten in den coolsten Läden. Ich sage es in einem Wort: SHOPPEN.

 

Dennis und ich sind im Prinzip von Kopf bis Fuß neu eingekleidet. Patrick auch im Schottenrock. Das nennt man aktiven Widerstand gegen die drohende Weltwirtschaftskriese!

 

Nicht zu vergesses: Heute ist Nadine’s Geburtstag – es gab Pizza und Blubber!

 

Nun ist der Tag leider schon fast vorbei, aber die Nacht kommt ja noch: im Moment warten wir auf den Konzertbeginn – später mehr!

 

 

Auch nach halbstündiger, Reflexion wird das Konzert nicht besser! Also, drei Menschen auf der Bühne, 100 Personen als Publikum – wirkt schon mal besser besucht, als Jochen’s Jazz-Veranstaltungen hilft aber nicht. Fazit: Kim Edgar kann Musik spielen, war aber leider stimmlich verhindert und war ca. 3 mal im Einsatz. Die andere Tante war beseelt + konnte singen. Nach dem Motto „das Leben ist eines der schwersten“. Der Typ paßt gut an ein Lagerfeuer mit 2-Akkord-Liedern.

 

Nagut: wir haben die Schottische Musikwirtschaft unterstützt und der nächte Konzerttermin ist der 21. Mai in Glasgow. Schade eigentlich, da gibt es was langweiliges im Fernsehen.

 

Nun sind wir im Pub!

 

 

Unser letzter Tag vor der Abreise Sonntag der 19.04.2009:

Heute morgen ist einigen das Aufstehen schwer gefallen – bis zur Sperrstunde waren wir schon unterwegs! Dennis’, Jan’s + mein Tag ging mit einem Kaffee in der Sonne los und einem Spaziergang zum schottischen Parlament. Um 1200 Uhr waren wir dann in der Visionen Ausstellung und haben die Weltälteste Camera Obscura gesehen + erklärt bekommen – auf englisch und schnell. Auf 5 Etagen gab es viel zu sehen. Nun gibt es Bilder von uns als Affen, Babies, Mangas und als Karrikatur sowie Vorgänger => Dennis sieht mit meinen Haaren scheiße aus, aber die Nase hilft.

 

Das war auf jeden Fall die zweite Fortbildungsveranstaltung: gestern Kirche, heute Wahrnehmungstäuschungen. Wir konnten unsere Schatten fangen, Nasen tauschen, im Weltraum sein… das war gut und hat Spaß gemacht.

 

Am Nachmittag war Dennis mal wieder shoppen, wir haben die letzten Karten geschrieben und den strahlenden Sonnenschein genossen. Die Kids haben hingegen das Hostelzimmer in einen Pumakäfig verwandelt und schon mal Sachen gepackt.

 

Morgen um 900 Uhr geht es ab nach Hause, aber vorerst sitzen wir bei Live-Musik bei den „Three Sisters“.

 

Statements zu SCHOTTLAND 09

 

Patrick:

Eine großartige Zeit auf der Insel. Gerne wieder trotz der Schmerzen und Qualen! Im nachhinein hat es sehr viel Spaß gemacht!!!

 

Nadine:

Das Wandern war zwar anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht. Es war das erste Mal, dass ich frei und so lange gewandert bin, aber es tat gut; so was braucht jeder mal! Die zeit in der Stadt/den Städten war auch seh interessant; Es war dennoch ziemlich ungewöhnlich: Verkehrsrichtung. Trotzdem sind die Schotten alle nett

 

Julia:

Auch wenn das Wandern manchertags qualvoll war, braucht doch jeder solch eine Erfahrung! Man hat die Schönheit der Natur neu kennengelernt!

Die Tage in der Stadt waren im nachhinein viel zu wenig! Vielleicht lässt sich sowas ja mal wiederholen (wenn möglich auch ohne wandern!)

Es hat wirklich viel Spaß gemacht und wird nicht in Vergessenheit geraten!

 

Jan:

Unendliche Weiten. Eine Gruppe von unerschrockenen Forschern bricht auf, um Ihnen bis dahin unbekannte Welten kennen zu lernen. Tag für Tag erlebten Sie neue Abenteuer und Herausforderungen, die Sie gemeinsam meisterten. Ich bedanke mich herzlichst bei unserem Führungsteam, dem willigen Opfer und seiner Domina und natürlich bei den ganzen Gefährten.

 

Jasmin:

Wir sind mit der Einstellung aufgebrochen, dass wir alles ganz leicht schaffen. Aber schon nach dem 2. Tag ging es los mit dem Katzenjammer! Mir tut Alles weh! Ich schaff das nicht! Und ähnliche sachen. Aber OK! Jeder einzelne von uns hat durchgehalten und ist erschöpft aber gesund in Edinburgh angekommen. Im Großen und Ganzen fand ich die Fahrt sehr schön und ganz toll. Alle haben sich gut verstanden und auch in der Stadt (nach dem Wandern.) war uns noch zum Scherzen zumute. Ich habe ein bisschen mehr von der Welt gesehen und habe sehr viel gelacht. So was hat auch einen Wiederholungswert, da wir nicht sooo viel von der Stadt gesehen haben.

 

Dennis:

Ausspruch: „Merkste selbst…“ beherrschte die Fahrt! Wetter gut, Aussicht gut und auf dem Ben Nevis gut 1,5 m hoch Schnee – Was will Mann mehr? Frau wünscht 30° im Schatten, Hotel samt Massage und Fußpflege (naja Fußpflege wäre Folter!). Allen im Allen: Kids haben gut durchgehalten und der Ablauf (Bus-Hotel_Campsite-Konzert) funktionierte reibungslos. Meisterar… *hust* Mastercheef hat immer gut für Biernachschub und Heiterkeit gesorgt was die Fahrt für mich zu einem erholsamen Urlaub transformierte. Schöner Urlaub, viele Berge – Edinburgh => Ferienwlg. Ich komme!

 

Noch ein kurzer Nachtragssatz zum Obscura-Museum: es gab eine großartige Wärmebildkamera original:

 

„Du hast warme Eier, Dennis“! Ja, dann heb mal deine Bauchtasche hoch!

 

 

Abreisetag, 20.04.2009:

 

Wir hatten gestern einen sehr schönen Edinburgh-Abschiedsabend. Die Band im „Biddy“ war gut hat für Stimmung gesorgt mit tanzen.

 

Nun sitzen wir im Flugzeug – es hat wie immer alles gut geklappt.

 

Einzig: hier sind viele Kinder. Um 1505 Uhr landen wir, dann ist hoffentlich Bernd da und holt uns ab!

 

Mein Abschlusstatement:

 

Schottland ist super. Wir hatten sehr viel Spaß, nette Begegnungen auf Rennstrecken und in Edinburgh. Auf jeden Fall müssen wir das nochmal machen!!!

 

Und zu guter letzt: Dennis hat alles hervorragend organisiert – mehr geht nicht!!! Viele Dank dafür + die schöne Zeit.